DIE JOSEFSKAPELLE IN TRÄNKHOF
 
Die Josefskapelle wurde 1999/2000 vom Kapellenverein Tränkhof e.V. erbaut und am 16. Juli 2000 durch den damaligen Fuldaer Weihbischof Dr. Ludwig Schick eingeweiht.
Der Altaraufsatz von 1714 stand ursprünglich in der Schlosskapelle von Rotenburg a. d. Fulda; Figuren und Mensa sind Ergänzungen.
Der neobarocke Kreuzweg aus der Zeit der vorletzten Jahrhundertwende, das Weihnachtsbild und die Reliquiare waren früher im Besitz des Franziskanerklosters Sigmaringen-Gorheim.
Die Opferkerzenstation auf dem Kapellenplatz wurde 2002 errichtet, um Rußschäden in der Kapelle zu vermeiden.
Alle Figuren in der Kapelle sowie in der Kerzenstation sind Kopien.


Der Altar

Im Zentrum der Altarwand steht ein prächtiger Altar, in dem das Wichtigste des christlichen Glaubens gezeigt wird: Jesus ist gestorben und auferstanden. Der Tod Jesu wird in der Kreuzigungsszene dargestellt. Unter dem Kreuz stehen Maria und Johannes. Der Kreuzestod wäre aber bedeutungslos gewesen, wenn nicht die Auferstehung gefolgt wäre. Erst dadurch wird dem Menschen deutlich, dass der Tod nicht das Ende ist, dass er zu Gott kommen kann, dass er erlöst ist. Deshalb befindet sich über der Kreuzigung die Darstellung von Christus, dem Erlöser der Welt. Er hat sich für die Welt geopfert, weil er sie liebt. Er trägt die Weltkugel auf Händen, drückt sie an sein Herz und segnet sie mit seiner rechten Hand.
Jesus ist also die Mitte des christlichen Glaubens, die Mitte de Kapelle und die Mitte dieses Altares, was durch das goldstrahlende IHS (das sind die ersten drei Buchstaben des griechischen Wortes für Jesus) verstärkt wird.

Gott-Vater-Gloriole

 Wenn Ihr Blick noch etwas weiter nach oben geht, sehen sie das Dreieck mit dem Auge darin. Das ist ein Symbol für Gott. Gott hat ein Auge auf alle Menschen. Er verliert sie nicht aus dem Auge. Sie sind ihm nicht egal, nicht einen Augenblick.

Hl.-Geist-Gloriole

Noch ein Stück weiter oben – über dem Chorbogen – befindet sich eine Taube, das Symbol für den Heiligen Geist. Als Jesus getauft war, öffnete sich der Himmel: „und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen“, steht in der Bibel. Dieses Symbol befindet sich bewusst im Kirchenschiff, dem Teil des Raumes, in dem die Gemeinde sitzt. Und Kirchenschiff müsste eigentlich Kirchenboot heißen, denn alle sitzen in einem sicheren Boot, wenn sie sich vom Geist Gottes leiten lassen. Dann bewirkt er das Positive im menschlichen Leben, was mit den 7 Begriffen Weisheit, Einsicht, Rat, Erkenntnis, Stärke, Frömmigkeit und Gottesfurcht zusammengefasst worden ist. Deshalb finden Sie unter der Geisttaube auch 7 Strahlen mit 7 Sternen, die das zum Ausdruck bringen wollen.

Dreifaltigkeit

 Was Sie jetzt nach und nach betrachtet haben, ist die bildliche Darstellung der hl. Dreifaltigkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist. Sie ist vertikal, also himmelwärts, angeordnet und die Bilder sind nicht nur in strahlendem Gold, sondern auch in edlem Silber gefasst. „Ein Gott in drei Personen“ meint das, was wir alle kennen: Jeder Mensch ist ein ICH (1. Pers., Singular), aber auch im Gegenüber ein DU (2. Pers., Singular) und hat eine gemeinsame Erfahrung im WIR (1. Pers., Plural). Jeder Mensch hat also in sich die drei personalen Grundzüge – wie Gott, dessen Abbild der Mensch ist.
Horizontal gesehen entdeckt man die heilige Familie; von links nach rechts: Maria, Jesus (in den schon erwähnten Darstellungen) und Josef. Jesus ist also die Verbindung von vertikal und horizontal von Himmel und Erde, von Gott und den Menschen.


Maria

Maria in der linken Figurennische ist abgebildet als Immaculata, als Unbefleckte, d. h. vom Anfang ihres Lebens an ungetrennt verbunden mit Gott - ohne Wenn und Aber. Da sich ihre makellose Seele nicht darstellen lässt, ist die Figur äußerlich makellos gehalten und die Lilie in ihrer Hand ist ein Symbol für klare Entschiedenheit. Das Bild hat seinen Ursprung in der Offenbarung des Johannes: „Dann erschien ein großes Zeichen: eine Frau mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von 12 Sternen auf ihrem Haupt“. Der Mond wird demnach nicht mehr gebraucht, denn durch Maria ist es Christus, der Nacht und Finsternis hell macht. Mit dem anderen Fuß zertritt sie die Schlange, ein Symbol für das Böse, das sich um die Weltkugel windet und fordert damit jeden Betrachter dazu auf, ebenfalls dem Bösen entschieden entgegenzutreten.

Josef

In der rechten Figurennische sehen Sie Josef mit der Säge, denn Matthäus schreibt einmal über Jesus: „Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns?“ Dieser Josef, der in der Bibel als bescheidener, gottergebener und zurückhaltender Beschützer Marias und Nährvater Jesu beschrieben wird, ist der Patron dieser Kapelle. Sein Fest wird jedes Jahr am 19. März gefeiert.

Reliquien

Im Altarraum stehen auch noch zwei vergoldete Reliquiare. In ihnen befinden sich Reliquien der heiligen Märtyrer Aurelius, Adeodatus, Christian und Coelestin, die der Überlieferung nach ums Jahr 300 während der Christenverfolgung in Rom ermordet und in den Katakomben beigesetzt worden sind. Ihre Anwesenheit hier im Kirchlein macht deutlich, dass Christen eine Gemeinschaft sind von Heiligen und Sündern, von Lebenden und Toten, und dass die Christenheit auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Die Reliquien sind herrlich eingefasst mit Gold und edlen Steinen, um auf die Herrlichkeit des Himmels hinzuweisen, die jedem Menschen verheißen ist.




Johannes der Täufer

Die Heiligenfiguren links und rechts vor dem Chorbogen verweisen mit ihren Handbewegungen beide auf Christus:
Der Täufer Johannes (links) hat Jesus Christus als Erlöser erkannt, als er sprach: „Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die (Trennung von Gott und Mensch =) Sünde der Welt“. Jesus wird also als Lamm bezeichnet, denn wegen seiner Einfalt und Duldsamkeit war das Lamm in der Antike ein Bild für einen frommen Menschen. Darüber hinaus war es Opfertier. So wird in dieser Aussage auch schon auf Jesu Tod verwiesen.


Elisabeth von Thüringen

 Elisabeth war Landgräfin von Thüringen und lebte auf der Wartburg bei Eisenach, später in Marburg. Sie starb 1231 im Alter von 24 Jahren. Sie wurde schon zu Lebzeiten verehrt, weil sie sich intensiv um Arme und Kranke bemühte und sich das Jesuswort zu eigen machte: „Was du dem geringsten meiner Brüder getan hast, das hast du mir getan“.

Weihnachtsbild

 Die Geburt Jesu wird auf dem Gemälde über der Tür dargestellt und bildet so das Gegenüber zum Tod Jesu im Altar. Gleichzeitig beschreibt die abgebildete Szene eine bedeutende Begebenheit im Leben des hl. Josef, des Kapellenpatrons.

Josefslied

Du aus Davids Stamm geboren:
Bräutigam der Jungfrau ein,
den der Vater auserkoren,
Diener seinem Sohn zu sein!
Gottes Wort hat dich geleitet
Durch die Dunkelheit der Zeit.
Hilf dem Volk, das hier noch streitet,
auf dem Weg zur Heiligkeit!

Gottes Reich hier zu entfalten,
ruft uns auf der Herr der Welt.
Unsre Erde zu gestalten,
hat der Vater uns bestellt.
Heil’ger Josef, gib Gelingen
Unsrer Arbeit, unserem Tun.
Alles, was wir hier beginnen,
trage bei zu Gottes Rum!
GL 889


Sehenswertes

 Weihnachtskrippe

Gottesdienstliche Feiern in der Kapelle sowie Führungen sind möglich:
Kontakt: 06658 – 438 oder 91760


 
 
 

Gottesdienstzeiten

Neue Friedhofsordnung