Pastoralverbund St. Wendelinus – Hohe Rhön
BRIEF DER HOFFNUNG

Unsere Hoffnung ist allein der Dreifaltige Gott durch Jesus Christus!
So steht es in der Urkunde unseres Glaubens im Ersten Testament:

„Seht, das ist unser Gott, auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt, er wird uns retten. Das ist der Herr, auf ihn setzen wir unsere Hoffnung. Wir wollen jubeln und uns freuen über seine rettende Tat.“ (Jes 25,9),

und auch im Neuen Testament:


„Auf Christus Jesus ruht unsere Hoffnung, dass er uns auch in Zukunft retten wird.“ (2 Kor 1, 10)

Darum können wir mit Paulus sprechen: „Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“ (Röm 5,5)

Wir sind also unwiderruflich erfüllt vom Heiligen Geist und haben somit immer und überall Hoffnung, sowohl für uns als Kirchengemeinde als auch für den Pastoralverbund, die Kirche von Fulda und die ganze Welt.

Davon ausgehend sehen wir unsere Zukunft inhaltlich in der erlösenden Botschaft von der bedingungslosen Liebe Gottes. Sie verkündet uns ein für alle Mal, dass die Gnade Gottes erschienen ist, um alle Menschen zu retten. (Tit 2,11) Darum soll die Verkündigung dieser Botschaft den Vorrang vor allem haben, damit die Kraft des Wortes Gottes selbst die Menschen anrührt und in ihren Herzen begeistern kann. Zweifel an der Eindeutigkeit Gottes, der nicht nur der EINE GOTT, sondern auch der In-sich-EINE GOTT ist, soll es aus der Frohen Botschaft heraus niemals geben! Unsere Hoffnung und Zukunft liegt in der Heilsgewissheit der unfehlbaren Liebe Gottes für alle Menschen.

Daher soll den Menschen unserer Gemeinden zuerst das Wort Gottes im Licht dieser bedingungslosen Liebe erschlossen werden, dessen Kraft uns begeistert, eint und antreibt, grundsätzlich im Glauben froh und getröstet zu sein. Gott ist für uns der Gott für alle Menschen!

Mit dieser christlichen Hoffnung verbinden wir keine schnelle Lösung, sondern einen lebenslangen Atem in Geduld und Ausdauer, denn Gott ist Mensch geworden und kein schneller Brüter. Wir leben daher in der Spannung, dass wir als begrenzte Menschen einerseits unwiderruflich von Gottes Geist erfüllte Christen sind, anderseits aber nicht über das Wehen des Geistes verfügen. Der Geist Gottes ist ein unverfügbares Geschenk, dessen Glück, ihn als Unterpfand zu besitzen, uns antreiben soll, immer wieder neu vernünftig Rechenschaft vom Glück unseres Glaubens zu geben. Das benötigt eine Achtsamkeit auf Gottes Wort und die Menschen. Die Frage lautet also nicht: „Wie hätten wir es gern?“, sondern: „Wie erkennen wir durch die Beziehung zu Gott und seinem Wort, was die Menschen brauchen – so wie Jesus fragte:
Was willst Du, was ich Dir tun soll? (Lk 18, 41)

Ausgangspunkt unserer Hoffnung sind die Menschen, weil Gott sich uns Menschen als SEINE Zielsetzung genommen hat. Für uns und zu unserem Heil ist er gekommen. (Credo)

Unsere Hoffnung setzen wir daher nicht auf traditionell Vorgegebenes,
sondern auf „neue Wege“, um auf die Menschen zuzugehen . Wie in der Apostelgeschichte wollen wir Anhänger des neuen Weges sein. (Apg 9,2)

Hoffnung ist für uns – entsprechend den Gleichnissen Jesu von der selbst wachsenden Saat – mit dem Begriff „Natürliche Entwicklung“ verbunden, denn wir können kein geistliches Wachstum machen. Gott hat sich im Menschen angelegt. Er sucht nicht Arbeiter für die Saat, sondern Arbeiter für die Ernte! Darum wollen wir auch ganz konkret:

- dass bei Taufgesprächen nicht nur den Priester die Vorbereitung überlassen, sondern geeignete Eltern dabei mitwirken.
- dass sich unsere Kindergärten für Katechesen öffnen.
- Kinderkirchengottesdienste für 3-9jährige erarbeiten
- die Kommunionkinder lebendig begleiten
- die Firmbewerber/innen intensiv unterstützen und sie an
Begegnungsorte der Barmherzigkeit führen.
- die Ehevorbereitung mit erfahrenen Eheleuten unterstützen.
- den Gottesdienst mit den liturgischen Aufgaben wahrnehmen und ihn
mit unseren Talenten bereichern.
- den Wert des Sonntagsgottesdienstes wieder neu bewusst machen.
- Meditationen, Besinnungen und Bußandachten beleben.
- Gruppenspezifische Notwendigkeiten erkennen wie: Alten- und Krankenbetreuung.
- Öffentlichkeitsarbeit betreiben: Pfarrbriefe / Internetseiten / Nutzung von öffentlichen Publikationsmitteln, usw.
- Erlebnisbereiche ausbauen: Fahrten, Gesprächs- und Bibelarbeit, Projekte aufgreifen
- mit katholischen Verbänden und Vereinen zusammenarbeiten
- und Gruppen aufbauen: Kinder ,Familien, Männer und Frauen, Jugend, Senioren
- Ökumenische Thematik und Praxis fördern.
- Die Gemeinden langsam im Pastoralverbund vereinen.
- und wach bleiben für die Fragen, die viele umtreiben: Frauendiakonat, Umgang der Kirche in Sexualmoral, verheiratete Priester.

Dabei wollen wir in allem, dass unsere Hoffnung „Jesus Christus“ die lebendige
Grundlage für alle diese Möglichkeiten ist. Es geht nicht darum, alle diese
Möglichkeiten zu „haben“, sondern immer das zu entwickeln, was die Menschen
vor Ort brauchen, denn „es ist normal, verschieden zu sein!“ Wir alle sind
verschieden und gehen von verschiedenen Standpunkten aus. Was uns eint, ist
unsere Mitte: Jesus Christus, durch den wir gewiss sind, auf ewig geliebt zu sein.
(vgl. Eph 1, 4-5)

Ausgangspunkt ist die Verschiedenheit von uns Menschen. Unser Ziel ist
nicht die Gleichförmigkeit, sondern die gemeinsame Mitte: Jesus Christus, für den
sich jeder entscheiden darf – und nicht muss! – so wie auch Gott sich freiwillig für
uns entschied und unter keinem Zwang stand.

Wir hoffen daher, selbst ein Brief der Hoffnung zu werden wie Paulus es schreibt:

„Unverkennbar seid Ihr ein Brief Christi, ausgefertigt durch unseren Dienst,
geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes,
nicht aus Tafeln aus Stein, sondern – wie auf Tafeln – im Herzen von Fleisch.
(2 Kor 3,3)

Pastoralverbund St. Wendelinus – Hohe Rhön                                                                   26. Nov 2010

 

Überlegungen zum Brief der Hoffnung

 

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